Mein Name ist Heinrich Hohmann.

heinrich_hohmann/heinrich_hohmann_k.jpgIch bin 44 Jahre alt, verheiratet, habe 2 Kinder im Alter von 15 und 16 und lebe in Calw, Nordschwarzwald, ca. 40 km westlich von Stuttgart. Als angestellter Architekt in einem Büro in Calw bearbeite ich Hochbauprojekte aller Größen, regional und bundesweit, wobei der Schwerpunkt im Industrie- und Verwaltungsbau liegt, aber auch alle weiteren Bauaufgaben wie Schulbau, Bibliotheken und Sportstätten umfaßt.

Wie fast alle Drachenbauer habe ich als Kind Eddys aus Pergamin und Holzleisten gebaut, ich erinnere mich an viele Spätsommernachmittage auf abgemähten Wiesen, den Blick auf den Himmel gerichtet und einem Drachen nachgeschaut.

Meine Initialzündung bezüglich des modernen Drachenbaus war ein Geschenk meiner Kollegen zur Geburt meiner Tochter, -  "Drachen bauen und steigenlassen" von Wolfgang Schimmelpfennig. Delta, Hexagon, Peter Powell und noch einige mehr waren meine ersten Nachbauten.

Die Begegnung mit Roland Falk und seiner Frau Sabine, Inhaber des Drachenladen TakoTako in Stuttgart prägen meine Art Drachen zu denken bis heute.

Am Anfang steht eine Idee, das notwendige Detail und die passende Konstruktion ergeben sich dann automatisch.
Vorbilder aus dieser Zeit waren die Drachen von Peter Malinski und Pierre Fabre, über deren Ausnahmestellung als Designer an anderer Stelle schon viel geschrieben wurde.

Mitte der neunziger Jahre baute ich eine 5er Kette aus kleinen Nord/Sud Drachen nach Pierre Fabre mit kontinuierlich  ansteigenden Größen und einer gemeinsamen konzentrischen Waage, ab hier war der Schalter zum eigenständigen Design umgelegt. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Drachenfest gesehen, geschweige denn daran teilgenommen. Auch die ersten Entwürfe  der Linsendrachen fallen in diese Zeit.

heinrich_hohmann/matamorphose.jpgDas Jahr 2000 und damit verbunden das legendäre ArtKite Festival in Detmold wurde dann endgültig der Wendepunkt in meiner Arbeit mit Drachen. Von einem Freund erhielt ich den Flyer und die Ausschreibung zum Wettbewerb. Das Thema „optische Täuschung“ hat mich sofort fasziniert Die Idee, ein Perspektivbild aus den Schlossgärten des Barock in einem dreidimensionalen Objekt umzusetzen führte zu einem Drachen, der bisher ohne Vorbild war, - das dreiteilige Fenster.

Bis heute mein Erkennungszeichen und Lieblingsdrachen fliege ich ihn auf jedem Festival, das genügend Raum und Sicherheit für Edowaagen bietet.

Doch die Zeit bleibt nicht stehen, eine Weiterentwicklung des selben Themas war der 5-teilige Dialogdrachen 2002 und auch der 7-teilige Metamorphosedrachen von 2003 kreisen um das gleiche Thema.

Verschiedene oder gleichartige Drachen treten in einem Objekt zueinander in Beziehung, erzeugen Assoziationsketten beim Zuschauer und regen zum Nachvollziehen der Entwurfsidee an,  die häufig den Menschen im Raum und seine Kommunikation – oder sein Schweigen-  zum Thema hat.

Durch die Teilnahme an Wettbewerben und Meisterschaften wurden Fotos meiner Drachen auch über das Internet multipliziert, Veranstalter von internationalen Drachenfesten laden mich ein, die Drachen dem Publikum vorzuführen. Die erste Drachenreise nach England war der Reisepreis aus der DM 2002 des DCD, von dort aus haben sich weitere Einladungen wie von selbst ergeben. Allerdings erwarten die Veranstalter auch eine angemessene Gegenleistung im Sinne einer guten Performance bei allen Wetterbedingungen. Ich habe einige Zeit dafür verwendet, meine Drachentasche so zu bestücken, dass ich bei allen Windgeschwindigkeiten einen adäquaten Drachen vorführen kann.

heinrich_hohmann/fenster2.jpgDie vielen Rückmeldungen der Zuschauer und die guten Gespräche mit bekannten und unbekannten Drachenbauern aus der ganzen Welt, geben mir immer wieder neue Anregung und Motivation, ein Detail neu zu überdenken oder eine Idee weiterzuentwickeln.

Obwohl die Teilnahme an Festivals einen besonderen Reiz hat genieße ich immer noch das Drachenfliegen auf meiner heimischen Wiese, ganz alleine für mich, nur von einigen versprengten Spaziergängern beobachtet. Oder auch die Familiendrachenfeste der Albflyer in Gerstetten und Laichingen, hier kann man zusammen mit vielen guten Drachenfreunden Gemeinschaftserlebnisse abseits der Designershow  haben.

Eigentlich ist im Drachenbau schon alles entworfen und entwickelt....- seit Jahrhunderten beschäftigen sich unzählige Menschen mit diesem Thema, doch immer wieder gelingt es, ein neues Teil in das Puzzle einzulegen.

Mein Anliegen in den nächsten Jahren wird es sein, den künstlerischen Aspekt des Drachenbaus, - bei solider handwerklicher Basis-  herauszustellen, wenn es anderen Menschen gefällt- um so besser.

Heinrich Hohmann im November 2004


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